Warum sich Menschen die Genitalien piercen
Viel fragen sich vielleicht, warum Menschen sich ihre Gentialien piercen. Die Antworten darauf sind sehr vielfältig, wie die Charaktere selbst. Es gibt zwar keine offiziellen Statistiken, aber Schätzungen gehen davon aus, das etwa 2% der Bevölkerung ein Intimpiercing tragen. Jüngere Menschen mehr als Ältere. Frauen mehr als Männer. Aus eigener Beobachtung über die letzten Jahre, würde ich persönlich von einem leichten Trend sprechen. Jedenfalls begegnen mir an den Stränden Europas immer mehr gepiercte Menschen. Frauen tragen dann oft ein Klitoris-Vorhautpiercing oder ein Pubic-Piercing über dem Schambein. Bei Männern sieht man häufig Hafadas. Also Schmuck am Scrotum oder ein Prinz-Abert-Piercing durch die Penis-Eichel.
Ästhetik und Individualität
Viele Menschen empfinden Intimpiercings als eine Möglichkeit, ihren Körper optisch aufzuwerten oder individuell zu gestalten. Der Körperschmuck dient dabei als Ausdruck des eigenen Stils und kann das Selbstbewusstsein stärken.
Für manche ist das Piercing ein „geheimes“ Accessoire, das ihnen ein Gefühl von Besonderheit und Selbstbestimmung gibt.
Sexuelle Stimulation
Ein häufiger Grund ist die Hoffnung auf eine Steigerung des Lustempfindens. Je nach Platzierung können Intimpiercings beim Sex stimulierend wirken – sowohl für die tragende Person als auch für den Partner oder die Partnerin.
Besonders bei Frauen berichten viele von einer zusätzlichen Stimulation der Klitoris durch bestimmte Piercing-Arten.
Bei Männern können Penis-Piercings beiden Sexualpartnern neue Reize bieten.
Psychologische und emotionale Aspekte
Für einige Menschen ist das Piercen der Genitalien ein Akt der Selbstermächtigung oder eine Form der Verarbeitung von Erlebnissen. Studien zeigen, dass insbesondere Frauen nach Erfahrungen von sexuellem Missbrauch ein Intimpiercing als eine Möglichkeit sehen, Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen und ihn nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Das Gefühl, etwas „Verwegenes“ oder „Außergewöhnliches“ getan zu haben, kann das Selbstwertgefühl steigern und das Verhältnis zum eigenen Körper positiv verändern.
Historische und gesellschaftliche Gründe
Intimpiercings haben eine lange Tradition und wurden schon im Altertum als Körperschmuck oder aus rituellen Gründen getragen.
Heute sind sie auch ein Zeichen für Zugehörigkeit zu bestimmten Subkulturen oder dienen einfach der Neugier und Experimentierfreude.
Die Beweggründe für ein Genitalpiercing sind also vielfältig: Sie reichen von ästhetischen und sexuellen Motiven über psychologische Aspekte bis hin zu kulturellen und individuellen Gründen. Oft spielen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig eine Rolle, wobei für die meisten Menschen die Kombination aus Luststeigerung, Individualität und Selbstbestimmung im Vordergrund steht.
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